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Wirtschaft
Die gewerbliche Wirtschaft hat für die MBL einen zentralen Stellenwert, denn eine florierende Wirtschaft ist die Voraussetzung für auch für kommunalen Wohlstand durch Schaffung von Arbeitsplätzen. Aber auch der öffentliche Sektor ist von ihr abhängig, da er ohne die durch die Wirtschaft entstehenden Abgaben nicht existenzfähig wäre.
Wirtschaftsförderung muss zur Querschnittsaufgabe aller städtischen Ämter werden. Es muss sich lohnen, in Marburg zu investieren. Nur dann hat Marburg eine Chance, im Wettbewerb der Standorte zu bestehen. Ziel der kommunalen Wirtschaftsförderung muss daher sein, genügend Arbeitsplätze in Marburg anzusiedeln. Die inzwischen vollzogene Senkung der Gewerbesteuer ist eine zentrale Forderung der MBL seit dem Jahr 2001 gewesen.
Die MBL ist jederzeit bereit, bei der Entwicklung von Konzepten mit dem Magistrat zu kooperieren. Besondere Aufmerksamkeit verdienen Betriebe des produzierenden Sektors mit Hauptsitz in Marburg, da von diesen Unternehmen die größten Arbeitsmarkteffekte und natürlich auch Steuereinnahmen kommen. Diejenigen Politiker, die jahrelang einer Dienstleistungswirtschaft das Wort geredet haben, wurden widerlegt. Die z. T. hohe Arbeitslosenquote in anderen hessischen Städten macht deutlich, dass die Entindustrialisierung einer Region vor allem die einfach qualifizierten Menschen in die Arbeitslosigkeit schickt. Der großflächige Einzelhandel ist in mehr als ausreichendem Maße in Marburg vertreten. Sorge bereitet jedoch die Tatsache, dass nach wie vor die Kaufkraftbindung durch den Marburger Einzelhandel zu gering ist. Die derzeit angestrebte Ausweitung der innerstädtischen Verkaufsfläche im Allianzhaus (Universitätsstraße/Gutenbergstraße) um 12000 Quadratmeter gibt zu Bedenken Anlass.
Wie soll diese neue große Fläche rentabel geführt werden können, ohne zugleich Kaufkraft aus dem kleinflächigen Einzelhandel im Umfeld abzuziehen?
Die Privatisierung von öffentlichen Leistungen soll weiter verfolgt werden. Die MBL wendet sich prinzipiell gegen jedwede Ausweitung gewerblicher Tätigkeiten der Stadt Marburg und ihrer Beteiligungen. Die z. T. hochverschuldeten Gesellschaften der Stadt müssen überprüft werden.
Wenngleich die Bedeutung der heimischen Landwirtschaft für den Arbeitsmarkt eher zurückgegangen ist, stellt sie dennoch einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Auf lokaler Ebene darf es daher nicht zu zusätzlichen Belastungen für die Land- und Forstwirtschaft kommen. Das gilt sowohl für die ökologische Landwirtschaft als auch für Energiebauern, die durch Erzeugung von Biomasse ihren Teil zur Lösung des Energieproblems beitragen.