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Verkehrspolitik
Die MBL lehnt die inzwischen auch in Teilen des sog. "bürgerlichen Lagers" in Mode gekommene Stigmatisierung des Individualverkehrs nach wie vor mit aller Entschiedenheit ab. Die Bürgerinnen und Bürger sind an der Verkehrsplanung intensiver als bisher zu beteiligen. Der öffentliche Personennahverkehr muss so attraktiv gestaltet werden, dass die Menschen freiwillig auf ihr Auto verzichten.
Die Neubauten der Philipps-Universität mit Campus Lahntal und Campus Lahnberge stellen eine verkehrstechnische Herausforderung dar. Insbesondere die Einbindung des Innenstadtcampus in den städtischen Verkehr ist eine fast unlösbare planerische Aufgabe. Dabei muss Marburgs Bevölkerung eingebunden werden. Aber auch die Lahnberge sind mit fast 9000 arbeitenden Menschen im Endausbau ein Verkehrsproblem. Individualverkehr und ÖPNV müssen zu einer von der Bevölkerung akzeptierten Anbindung kombiniert werden.
Eine Seilbahn auf die Lahnberge ist für die MBL keine Lösung!
Wir lehnen (ideologisch begründete) Einschränkungen der Zugänglichkeit der Marburger Innenstadt für den Kraftfahrer ab. Die bisher vorgelegten Überlegungen zur Verkehrsplanung laufen auf einen Konkurrenzkampf um Parkplätze zwischen den Campusbesuchern und den Einkäufern hinaus.
Die innerstädtischen Bereiche Marburgs, die von Handel und Gewerbe geprägt sind, müssen besser zugänglich gemacht und mit entsprechenden Parkmöglichkeiten ausgestattet werden, Parken mit Parkscheibe ist in vielen Fällen dem Einsatz von Parkautomaten vorzuziehen. Samstags parken zum Nulltarif und kostenloses Kurzzeitparken, diese Marketingmaßnahmen sollten getestet werden, z.B. um die Oberstadt wieder zu beleben und den bestehenden Leerstand zu reduzieren. Eine Katastrophe ist aus Sicht der MBL der Wegfall der Parkplätze im Lahnvorland, zumal der neu angelegte Parkplatz auf dem ehemaligen Brauereigelände am Pilgrimstein in absehbarer Zeit durch Neubaumaßnahmen der Philipps-Universität wieder geschlossen wird.
Die Einrichtung weiterer Kreisverkehre in Marburg bringt eine Beschleunigung des Verkehrsflusses und ein Mehr an Sicherheit mit sich. Wo es sinnvoll erscheint, sollte das Rechtsabbiegen auch bei roter Ampel, "grüner Pfeil", noch häufiger ermöglicht werden.
Die nach den Vorstellungen von Rot/Grün geplante Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes lehnen wir nach wie vor mit Nachdruck ab. Die Nachteile für den Verkehrsfluss und die Verkehrssicherheit überwiegen die gestalterischen Momente.
Zur besseren Verkehrsanbindung der Behring-Nachfolgefirmen sieht die MBL die Notwendigkeit einer Nordumgehung, d.h. einer direkten Verbindung des Bereiches obere Marbach mit der Stadtautobahn.
Dem Bau einer Westumgehung steht die MBL vom Grundsatz her positiv gegenüber. Wir versprechen uns davon eine deutliche Entlastung der westlichen Innenstadt vom Durchgangsverkehr. Nicht Straßensperrung, sondern attraktive Angebote für alle Verkehrsteilnehmer, sind die Lösung für Verkehrsprobleme.