Aktuelle Links
Marburg und seine Universität
Marburg wird von der Philipps-Universität geprägt. Das Erscheinungsbild und die hohe Lebensqualität der Stadt sind wesentlich mitbestimmt von dieser Hochschule mit ihren über 7000 Beschäftigten und vor allem den 21.000 Studierenden. Sie ist neben der Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH der größte Arbeitgeber der Stadt. Eine Vielzahl von Studierenden bringt Marburg ein besonderes Flair, auf das kein Einwohner mehr verzichten möchte. Die zur Universität gehörenden Gebäude wie Landgrafenschloss, Alte Universität und Hörsaalgebäude prägen die Silhouette Marburgs. Ihre Beschäftigten und deren Angehörige, die Studentenschaft und die Institute an der Universität sind wesentliche Faktoren für den Wohlstand in Marburg. Die herausragende Stellung erfordert die besondere Aufmerksamkeit der Kommunalpolitik, und jede Möglichkeit, diese Stellung positiv zu beeinflussen oder sie noch weiter zu verbessern, muss genutzt werden.
Die Universität ist keine "heile Welt". Die Probleme unserer Zeit gehen nicht spurlos an ihr vorüber. Die Finanznot der öffentlichen Haushalte zwingen das Land Hessen zu Stellenabbau und Einschränkung der Fächervielfalt der Kernuniversität sowie zu Zusammenlegung und Privatisierung im Klinikbereich. Die MBL möchte daher den Meinungsaustausch mit der Universität, den Institutionen, der Wirtschaft und der Bevölkerung weiter intensivieren. Gute Rahmenbedingungen gilt es nicht nur für die Wirtschaft zu erreichen, sondern auch für die Universität.
Die MBL befürwortete immer die Realisierung der weiteren Bauabschnitte des Klinikums auf den Lahnbergen. Dadurch werden im Stadtbereich alte Kliniken frei. Um für Marburg eine optimale Lösung zu erreichen und die Attraktivität als Studienort weiter zu erhöhen, muss sich die Kommunalpolitik verstärkt einbringen. Konzepte wie z.B. die Campus-Idee mit Einbeziehung des alten Brauereigeländes am Pilgrimstein müssen zwischen Stadt, Land und Universität noch besser abgestimmt und auf allen Ebenen propagiert werden. Öffentliche Workshops sind gut geeignet, die Bevölkerung in die Campusplanungen mit einzubinden.
Peinliche Ansätze, wie der Versuch einer Bewerbung Marburgs als Stadt der Wissenschaft, müssen unter allen Umständen in Zukunft vermieden werden.
Die zukünftigen Altkliniken aber müssen verantwortungsvoll genutzt werden, um wirtschaftlichen Schaden von Marburgs Nordstadt fernzuhalten und den dort ansässigen Geschäftsleuten finanzielle Perspektiven zu bieten. Sinnvolle Ansätze oder Ideen zur weiteren Nutzung der Gebäude wird die MBL nach Kräften unterstützen.
Bezüglich der von uns mit Zurückhaltung aufgenommenen Zusammenlegung der Universitätsklinika Marburg und Gießen und deren Privatisierung halten wir fest: Die Philipps-Universität muss weiterhin Spitzenforschung im Bereich Medizin ermöglichen und fördern. Die Privatisierung der Kliniken und die sich daraus ergebenen Konsequenzen sind nicht nur ein Problem der Universität und ihrer Mitarbeiter. Die von bestimmter Seite gemutmaßte Einschränkung der Gesundheitsversorgung, der Abbau von Arbeitsplätzen, Imageverluste und der befürchtete Rückgang von Studentenzahlen würden dann alle betreffen.
Die Interessen der Bevölkerung und die der Universität sind vielfach verzahnt. Veranstaltungen wie "Studium Generale" oder "Seniorenstudium" haben die Universität bekannter gemacht. Die Botanischen Gärten sind ein Aushängeschild für Marburg. Sie müssen erhalten bleiben.
Die MBL will den Dialog zwischen Stadt und Universität verstärken und die Ziel gerichtete Diskussion gemeinsamer Interessen und Probleme intensivieren. Die Universität muss als wichtiger Marketingfaktor der Stadt noch stärker herausgestellt werden.